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Montag, 4. November 2013

Über die Ehe

„Die Ehe ist ein Prozess:
Er beginnt mit Sekt und
endet mit Kamillentee.“

(Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz)



Sonntag, 3. November 2013

Ein Heiliger muss auch mal die Füße hoch legen ...

Und doch liegt in der Entspannung auch ein großes Risiko, denn der Fromme darf sich nicht gehen lassen. Die Gefahr lauert in der vermeintlichen Ruhe, in der Acedia. Nachlässigkeit, Sorglosigkeit und die Ausschweifungen des Geistes bringen die größten Gefährdungen für die Seele hervor.

Wenn ich mich erinnere, sagte Pater Pio einmal, die Demut und Reinheit der Sitten seien Flügel, die sich zu Gott erheben. Deswegen sollen wir immer demütig bleiben und immer eifersüchtig auf die Erhaltung der Reinheit des Körpers und des Herzens achten.




Samstag, 2. November 2013

Auf die Friedhöfe gehen

Wir sollten unbedingt Friedhöfe besuchen.
 
Durch den Friedhofsbesuch, durch das ruhige, meist schweigende Gehen auf den Wegen zwischen den Gräbern der Verstorbenen, werden wir Teil des wirklichen Lebens und wenden uns damit ab, Teil einer Illusion, einer ganz anderen, irrealen, unsterblichen, immer jungen und sportlichen Welt zu sein.

Wir und unsere Städte sind nicht das Zentrum des Universums. Auch die Friedhöfe sind es nicht. Aber sie erinnern uns, dass wir einem anderen Ziel zugehen. Ein Spaziergang über den Friedhof, so wünsche ich uns allen, kann helfen, die Welt ohne Illusionen zu sehen. Das wird im Laufe der Zeit unvermeidlich. Denn unsere Realität ist brüchig, flüchtig und arm. Vielleicht erkennen wir das, vielleicht sehen wir dann unsere täglichen Probleme mit ganz anderen Augen.

Auch wenn wir die Hoffnung haben, dass unser Leben noch länger dauert oder vielleicht noch eine weitere Zugabe erhalten darf, auch wenn unsere Gesellschaft, heute besser als gestern, Krankheiten erkennen und behandeln kann, - es gibt eine Frist, der wir nicht entkommen können. Es ist eine tödliche Gewissheit: hier zu bleiben geht nur für eine begrenzte Zeit. Die letzte Wegstrecke unseres Lebens führt uns direkt vor die Friedhofstore. Dort harren wir, wie schon jetzt unsere Vorfahren, der Auferstehung, an die wir glauben. 



"Allerseelen in La Trappe"

Nach dem Segen schlängelt sich die Prozession der Mönche durch den Kreuzgang zum Friedhof. Ausnahmsweise dürfen die Gäste die Klausur betreten. An den Wänden die Kreuzwegstationen, eine Hinweistafel mit Informationen für die Gemeinschaft, gegenüber das Fenster einer Heiligen aus einer anderen Zeit.

Allen voran das Vortragekreuz, von zwei Kerzenträgern begleitet und von Weihrauchwolken umfangen. Draußen macht die Kälte das Antlitz der Brüder deutlicher. Der Nobelpreisträger Franҫois Mauriac schrieb, er habe in La Trappe 19-Jährige gesehen, „doch die Alten schienen so jung wie sie". Ein schönes Bild, doch trifft es an diesem Morgen nicht zu. Manche Gesichter sind blass, gelblich und leidend. Ein junger Mönch friert, die Betagten gehen am Stock.

Dann segnet der Abt die Gräber. Psalmen-Gesang, Verbeugungen.
Es ist eine nüchterne Zeremonie, die bei Regen ausgefallen wäre. Keine Ehre dem Tod, keine Trauer, keine Träne für Verluste, die hier keine sind.

(Ausschnitte von Freddy Derwahl, Gottsucher, Was Menschen im Kloster suchen und finden)


La Grande Trappe


Freitag, 1. November 2013

Allerheiligen

Ein Heiliger

Er trägt das Kreuz dieser Zeit
ohne den leisesten Widerstand,
geduldig und mühsam.
Er redet nicht darüber,
sondern trägt es.
Er weiß nicht,
wie lange er unterwegs sein wird.
Er hat keine Frage,
sondern ist erfüllt von seiner Liebe:
Christus.

(Gertrudis Schinle, Leben in Christus)