Weniger bekannt ist, dass die frühe Überlieferung der
Kirche, die zum Beispiel Eusebius festgehalten hat, nicht vom Drachen, sondern
vom Martyrium des Heiligen am 23. April, wohl im Jahre 303 in Kappadokien,
berichtet. Kaiser Diokletian schnaubte gegen die Christen, die er im ganzen
Imperium blutig verfolgen ließ. Ist er vielleicht der feuerspeiende Drache, von
dem Jahrhunderte später die Legende spricht?
Schon in der Apokalypse des Johannes taucht das Tier auf,
das Krieg führt gegen die Jünger Christi. Die Bestie schleicht durch die
Jahrhunderte, nur um in immer neuem Schuppenkleid aufzutauchen: Der braune
Drache des Dritten Reichs, der rot gepanzerte Wurm des Kommunismus, das
schwarze Tier des islamischen Terrors. Sind wir nicht alle von seinem
Prankenhieb in Paris oder Brüssel und anderswo erschreckt worden?
Im Kerker der römischen Soldaten, nicht auf freiem Feld, hat
Georg gegen den Drachen bekämpft und gesiegt. „Und weil für Christus er
gestorben ist“ - so muss es im Ton der Gebrüder Grimm heißen - „lebt er nun
ewiglich bei ihm.“ Der strahlende Ritter, der mit wehender Fahne das
feuerspeiende Ungeheuer niederschlägt, entspricht dem Heldenideal Hollywoods,
nicht so sehr dem christlichen.
Tapferkeit bedeutet bei Thomas von Aquin die Bereitschaft sich um eines höheren Gutes verwunden, ja töten zu lassen. „Victor quia victima“: Gregor ist Sieger, weil er zum Opfer wurde. Oder wie Papst Benedikt XVI. einmal so schön sagte: „Das Lamm ist stärker als der Drache!“.
Tapferkeit bedeutet bei Thomas von Aquin die Bereitschaft sich um eines höheren Gutes verwunden, ja töten zu lassen. „Victor quia victima“: Gregor ist Sieger, weil er zum Opfer wurde. Oder wie Papst Benedikt XVI. einmal so schön sagte: „Das Lamm ist stärker als der Drache!“.
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St. Georg mit Drachen, byzant.-slawisch. |
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