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Dienstag, 1. September 2015

Kardinäle Marx und Lehmann bereiten neues Konzil vor

Vom 6. bis zum 8. Dezember 2015 findet in der „Katholische Akademie in Bayern“ unter Mitwirkung der Kardinäle Marx und Lehmann ein internationaler Kongress statt unter dem Titel: „Das Konzil eröffnen. Theologie und Kirche unter dem Anspruch des Zweiten Vatikanischen Konzils“.

„Der Kongress möchte […] unter Einbeziehung aller deutschsprachigen Theologinnen und Theologen aller Fachrichtungen […] die Hoffnung nicht aufgeben, einem kommenden Konzil zuarbeiten.“

Dabei werden zwölf Themenbereiche diskutiert. Jedes Thema wird folgendermaßen aufbereitet: 1. Das Problem; 2. Konziliare/r Referenztext/e (Impulse, unausgeschöpfte Potentiale, ggf. auch Grenzen …); 3. Forschungsfragen und –aufgaben.

Wie dabei im Einzelnen vorgegangen wird soll am Beispiel des Themas „Liturgie und Inkulturation“ gezeigt werden.

Das Problem wird folgendermaßen genannt:
„Die Liturgiereform ist wohl die am deutlichsten sichtbare Veränderung, die durch das Konzil bewirkt wurde. Die Liturgie-Konstitution ist vor dem Hintergrund der Liturgischen Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts entstanden, die Liturgiereform begann in einer Volkskirche. Mittlerweile haben sich die kulturellen und religiösen Voraussetzungen für Gottesdienst und kirchliches Leben in unserer Gesellschaft weitreichend geändert.
Dies hat Konsequenzen für die Liturgie als Lebensform des Glaubens, die in enger Wechselbeziehung zur Kultur ihrer Zeit steht.“

Als Konziliare/r Referenztext/e (Impulse, unausgeschöpfte Potentiale, ggf. auch Grenzen …) wird angeboten:
„Mit Blick auf die Feier der Liturgie als symbolisch hoch aufgeladene und auf Sichtbarkeit setzende Repräsentanz von Kirche in einer Gesellschaft der entfalteten Moderne soll in diesem Korb über leitende Prinzipien für eine zeitgemäße Inkulturation der Liturgie und des kirchlichen Lebens insgesamt diskutiert werden. Das Verhältnis der Liturgie der Kirche – und Liturgie soll im weiteren Wortsinne verstanden werden – zur Moderne soll in den einzelnen Beiträgen Thema sein. Nach Impulsen der Liturgiekonstitution wie nach notwendigen Fortschreibungen soll gefragt werden. Schließlich soll nach Kommunikationsformen für den Dialog über den Gottesdienst gefragt werden, der sensibel ist für Kunst und Kultur der Gegenwart, der Welt- wie Ortskirche gerecht wird und die Ortskirche in ihrer ganzen Vielfalt einbeziehen kann.“

Es werden Forschungsfragen und –aufgaben formuliert:
Bisherige Inkulturationsprozesse, ihre Bedingungen, mögliche Fortschreibungen oder auch Neuanfänge für das deutsche Sprachgebiet sollen untersucht werden: Kann hier von Inkulturation der Liturgie gesprochen werden? Welche kulturellen Kontexte müssen im Blick sein? Wie haben sie sich im Laufe des 20. Jahrhunderts verändert? Wo ist das Erbe der Liturgischen Bewegung für heutige Inkulturationsbemühungen förderlich oder hinderlich? Welche theologischen Fragen verbinden sich heute mit der Themenstellungen? Welche innovativen Formen gegenwärtiger Kunst und Kultur müssen in dieser Hinsicht wissenschaftlich reflektiert werden? Wie kann die Gestalt von Kirche im Sinne der Prinzipien einer ‚accomodata renovatio‘ aussehen?

Unter „renovatio accomodata“ ist wohl zu verstehen, dass sich der Glauben und die Kirche in eine neue Beziehung zur Moderne zu stellen haben und durch Veränderungen an die modernen Zeit anzupassen seien.

Sicherlich sind die drei benannten Referenten zu diesem Komplex, die Professoren Dr. A. Angenendt, Dr. R. Messner und Dr. G. Rouwhorst, bestens geeignet um dem „Geist des Konzils“ das Wort zu reden.

Als vorauszusehendes Resümee kann der Katholik, der auf dem Boden der 2000 jährigen Tradition der Kirche steht, erkennen, dass bei diesem groß angelegten Kongress kein Grund gefunden wird, dass nur ein einziges Wort des Zweiten vatikanischen Konzils in Frage gestellt wird und die Kirche  in ihrer nachkonziliaren Entwicklung in Deutschland zu kritisieren sei. – Der Abbruch geht weiter.



Kommentare:

  1. "Kommendes Konzil"?!
    Sollen die doch bitteschön die Vorgaben des letzten erfüllen. Zum Beispiel die lateinische Sprache in der Messfeier zulassen und dem liturgischen Missbrauch, der sich wirklich auf die irrationalste Weise auf das II. Vat. beruft, endlich einen Riegel vorschieben.

    Auch die Verkündigungsarbeit in der Welt, die den Konzilsvätern ein großes Anliegen war, ist völlig zum Erliegen gekommen, obwohl man die ganze Zeit über die Chance hatte (und immer noch hat), das zu verhindern. Geistigen Orden, die sich der Tridentinischen Messe widmen wie der Petrusbruderschaft werden aktiv in den deutschsprachigen Bistümern Steine in den Weg gelegt, von einem offenen Dialog mit der Piusbruderschaft, bei der ebenfalls ungewöhnlich hohe Berufungszahlen zu verzeichnen sind und die man trotzdem ins Abseits schiebt, will ich mal ganz schweigen.

    Da jetzt noch ein "neues Konzil" zu planen zeigt gerade, dass man weder die derzeitige Notlage und Fehlentwicklung innerhalb der Kirche erkannt hat, noch dass man überhaupt weiß, was ein Konzil genau erreichen soll. Von diversen weltfremden Träumereien gewisser Romantiker mal abgesehen.

    Danke für´s Teilen! :3

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  2. http://www.corrispondenzaromana.it/san-teodoro-studita-e-il-sinodo-delladulterio/
    Zu lesen!!!!!

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    1. Molto interessante e illuminante. Grazie Martina.

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    2. Hier der Text zur Ergänzung in ungefähr deutscher Sprache via Beiboot Petri:

      http://beiboot-petri.blogspot.de/2015/08/es-gab-schon-einmal-eine-ehebruch-synode.html

      In der Tat: Sehr interessant und aufschlussreich!

      LG!

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