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Montag, 21. September 2015

Wenn du sündigst, erinnere dich, was Jesus gesagt hatte


 Petrus verleugnete den Herrn,
und er erinnerte sich an das, was Jesus gesagt hatte,
- da begann er bitterlich zu weinen (Mt 26,75).

Wer sündigt, ehe er Gott kennt, ehe er seine Erbarmungen erfahren, ehe er das sanfte Joch und die leichte Bürde getragen (Mt 11,30), ehe er die Gnade der Andacht und die Tröstung des Heiligen Geistes empfangen hat: der, sage ich, findet reiche Erlösung.

Von dieser Art sind wir alle gewesen.

Aber jene, die nach ihrer Bekehrung abermals in Sünden und Laster sich verstricken, undankbar für die empfangene Gnade; die, nachdem sie ihre Hand an den Pflug gelegt haben, lau und fleischlich geworden, zurückblicken (Lk 9,62); oder die gar, nachdem sie einmal den Weg der Wahrheit erkannt haben, als offenkundige Abtrünnige zurückweichen:

Du dürftest gewiss recht wenige darunter treffen, die nachher wieder auf ihre frühere Stufe zurückkehren; sie sinken vielmehr, einmal im Schmutz steckend, immer tiefer in Schmutz.

Darüber klagt der Prophet: „Weh, wie glanzlos ist das Gold, gedunkelt das köstliche Feingold!" und: „Die einst auf Purpur lagen, betten sich jetzt auf Mist" (Klgl 4,1.5).

Dennoch wollen wir an einem solchen Menschen nicht verzweifeln,
wenn er nur willens ist, sich rasch wieder zu erheben.

Je länger er in seinen Sünden verharrt,
desto schwerer kommt er heraus.

Doch Heil dem, der die Kinder Babylons [die Versuchung] ergreift und an den Felsen [Christus] schleudert (Ps 137,9)! Denn sind sie einmal groß geworden, wird man ihrer kaum mehr Herr. „Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Fürsprecher beim Vater, Jesus Christus, den Gerechten" (1 Joh 2,1), der vermag, was uns unmöglich ist. Nur darf, wer gefallen ist, das Übel nicht vermehren, um nicht noch tiefer zu fallen. Er stehe vielmehr auf und vertraue, dass auch ihm die Verzeihung nicht versagt werde, wenn er nur von Herzen seine Sünden bekennt. So ist nämlich Petrus, von dem wir sprechen, nach einem so schweren Fall zu solcher Höhe der Heiligkeit gelangt: „Er ging hinaus und weinte bitterlich" (Mt 26,75). Unter dem Hinausgehen verstehe das Bekenntnis des Mundes, unter dem bitteren Weinen die Zerknirschung des Herzens!

Achte auch darauf, wie er sich des Wortes, das Jesus zu ihm gesprochen hat, erinnerte: erst dann nahm er sich das Wort, das ihm seine Schwachheit vorausgesagt hat, zu Herzen, als ihm die angemaßte Kühnheit geschwunden war. Wehe dir, wenn du nach dem Fall noch mehr den Helden spielen willst! Warum bestehst du so starr und steif auf deinem Verderben? Beuge dich doch lieber, damit du leichter aufgerichtet werdest! Hindere nicht, daß das Verschrobene gebrochen werde, damit es besser gefestigt werden könne. –

Was entrüstest du dich, wenn dich der Hahn schilt?
Sei lieber über dich selbst unwillig.

 „Gnadenvolle spendest du Regen, o Gott" sagt der Psalmist, „du hast deinem Erbe Stärke bewahrt, als es schwach geworden" (Ps 68,10)! Gesegnete Schwäche, die das Erbe befällt, wenn es den Arzt nicht zurückweist! Die Verhärteten aber wird er wie Töpfergeschirr mit eiserner Rute zerschlagen (Ps 2,9). Doch dein Erbe, sagt der Psalmist, war schwach geworden und du hast es wieder gestärkt.

„Als aber die Sünde sich häufte,
ward die Gnade überreichlich" (Röm 5,20).


Nach den Worten des hl. Bernhard von Clairvaux
(In sollemnitate Apostolorum Petri et Pauli, s. III,3)




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