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Montag, 29. September 2014

(1/2) - Vor zehn Jahren starb Michael Davies,

ohne den die katholische liturgische-traditionelle Bewegung nach dem Konzil nicht vorstellbar ist.

Am 25. September 2014 war es zehn Jahren her, dass Michael Davies starb. Der walisische Lehrer (geb. 1936) gehörte zu den großen Persönlichkeiten, die den Widerstande gegen die liturgischen Umwälzungen  in den wirren Zeiten der nachkonziliaren Reformen entstanden sind, erkannten und die katholische Tradition verteidigten. Als Laie und Publizist wurde er Nachfolger von Eric de Saventhem als Vorsitzender der Internationalen Föderation Una Voce (FIUV). 

Wer war Michael Davies?

Nach seinem Tod im Jahre 2004 verfasste Dr. Helmut Rückriegel in der UVK einen Nachruf, der hier in voller Länge wiedergegeben wird. (UVK 6, 2004, 323f)

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Am 22. Oktober haben wir Michael Davies, den langjährigen Präsidenten der Foederatio Internationalis Una Voce (FIUV), auf dem Friedhof der katholischen Kirche von Chislehurst, in der Nahe von London, zu Grabe getragen. Er war erst der zweite in diesem Amt seit Gründung dieser bedeutendsten Vertretung der Tradition innerhalb der Kirche und von seinem Vorgänger, Dr. Eric de Saventhem, für diese Position ausgewählt worden.
An die 200 Trauergäste nahmen an dem levitierten, im traditionellen Ritus gehaltenen Requiem, vor der Beisetzung teil. Sie waren bis aus den USA angereist; der Nachfolger von Michael Davies, Dr. Siebenbürger, war aus Wien gekommen, Dr. Mario Seno aus Italien, und auch unsere Schwesterorganisation Pro Missa Tridentna war in der Person von Frau Monika Rheinschmitt vertreten. Wir konnten der Witwe und zwei Söhnen des nach langer, schwerer Krankheit Verstorbenen unsere Anteilnahme aussprechen. Für die Una Voce Deutschland habe ich ein Bouquet mit weißen Rosen am Grabe niedergelegt.

Der Zelebrant P. Martin würdige die Persönlichkeit Michael Davies‘ nach dem Amt in ihrer ganzen Fülle. Dabei kamen nicht nur die nicht hoch genug zu veranschlagenden Verdienste des ehemaligen Präsidenten der FIUV um die Sache der katholischen Tradition innerhalb der Römischen Kirche zur Sprache - auch der Mensch selbst trat vor das geistige Auge der Zuhörer. Er hatte selbst bestimmt, daß er auf seinem Sterbebildchen als „Lehrer und Autor“ gekennzeichnet wurde. Als Lehrer war er jahrelang der erfolgreichste im zentralisierten englischen Schulsystem und geliebt von allen Schülern, zu denen übrigens auch der Zelebrant gehört hatte. Auf die Frage der Behörde, wie er es erkläre, daß seine Klassen stets als beste abschnitten, antwortete er, „weil ich Ihre Vorgaben für den Unterricht nicht beachte!“ Er war in allen Sätteln gerecht - ich konnte nicht mithalten, wenn er mit meinem Sohn über die modernsten Filme und das, was die Jugend bewegt, diskutierte. Über Fußballsiege von Vereinen aus seiner Heimat Wales konnte er sich genau so freuen wie irgendein Fan, und der Sieg Kroatiens über die deutsche Nationalmannschaft begeisterte ihn, stammte doch seine Frau aus Kroatien.

Michael Davies hat an die zwanzig z. T. umfangreiche Bücher verfaßt, von denen besonders die Trilogie über die englische Reformation (Cranmer's Godly Order), das Zweile Vatikanische Konzil (Pope John's Council) und den neuen Meßordo [Pope Paul‘s New Mass) zu nennen sind. In diesem magnum opus hatte er schlüssig nachgewiesen, daß die neue Liturgie fast die meisten Änderungen der Neuerer des 16. Jh. an der Messe übernommen hat. Dem letzten Band hatte er ein Zitat aus der Summa Theologica des Aquinaten vorangestellt: „Es ist absurd und eine verabscheuungswürdige Schande, daß wir die Veränderung von Traditionen zulassen, die wir von den Vätern empfangen haben.“

(Fortsetzung am Dienstag)


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