Am 25. September 2014 war
es zehn Jahren her, dass Michael Davies starb. Der walisische Lehrer (geb.
1936) gehörte zu den großen Persönlichkeiten, die den Widerstande gegen die
liturgischen Umwälzungen in den wirren
Zeiten der nachkonziliaren Reformen entstanden sind, erkannten und die
katholische Tradition verteidigten. Als Laie und Publizist wurde er Nachfolger
von Eric de Saventhem als Vorsitzender der Internationalen Föderation Una Voce (FIUV).
Wer war Michael Davies?
Nach seinem Tod im Jahre
2004 verfasste Dr. Helmut Rückriegel in der UVK einen Nachruf, der hier in
voller Länge wiedergegeben wird. (UVK 6, 2004, 323f)
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Am 22. Oktober haben wir
Michael Davies, den langjährigen Präsidenten der Foederatio Internationalis Una
Voce (FIUV), auf dem Friedhof der katholischen Kirche von Chislehurst, in der
Nahe von London, zu Grabe getragen. Er war erst der zweite in diesem Amt seit
Gründung dieser bedeutendsten Vertretung der Tradition innerhalb der Kirche und
von seinem Vorgänger, Dr. Eric de Saventhem, für diese Position ausgewählt
worden.
An die 200 Trauergäste
nahmen an dem levitierten, im traditionellen Ritus gehaltenen Requiem, vor der
Beisetzung teil. Sie waren bis aus den USA angereist; der Nachfolger von
Michael Davies, Dr. Siebenbürger, war aus Wien gekommen, Dr. Mario Seno aus
Italien, und auch unsere Schwesterorganisation Pro Missa Tridentna war in der
Person von Frau Monika Rheinschmitt vertreten. Wir konnten der Witwe und zwei
Söhnen des nach langer, schwerer Krankheit Verstorbenen unsere Anteilnahme
aussprechen. Für die Una Voce Deutschland habe ich ein Bouquet mit weißen Rosen
am Grabe niedergelegt.
Der Zelebrant P. Martin würdige
die Persönlichkeit Michael Davies‘ nach dem Amt in ihrer ganzen Fülle. Dabei
kamen nicht nur die nicht hoch genug zu veranschlagenden Verdienste des
ehemaligen Präsidenten der FIUV um die Sache der katholischen Tradition
innerhalb der Römischen Kirche zur Sprache - auch der Mensch selbst trat vor
das geistige Auge der Zuhörer. Er hatte selbst bestimmt, daß er auf seinem
Sterbebildchen als „Lehrer und Autor“ gekennzeichnet wurde. Als Lehrer war er
jahrelang der erfolgreichste im zentralisierten englischen Schulsystem und
geliebt von allen Schülern, zu denen übrigens auch der Zelebrant gehört hatte.
Auf die Frage der Behörde, wie er es erkläre, daß seine Klassen stets als beste
abschnitten, antwortete er, „weil ich Ihre Vorgaben für den Unterricht nicht
beachte!“ Er war in allen Sätteln gerecht - ich konnte nicht mithalten, wenn er
mit meinem Sohn über die modernsten Filme und das, was die Jugend bewegt,
diskutierte. Über Fußballsiege von Vereinen aus seiner Heimat Wales konnte er
sich genau so freuen wie irgendein Fan, und der Sieg Kroatiens über die
deutsche Nationalmannschaft begeisterte ihn, stammte doch seine Frau aus
Kroatien.
Michael Davies hat an die
zwanzig z. T. umfangreiche Bücher verfaßt, von denen besonders die Trilogie
über die englische Reformation (Cranmer's Godly Order), das Zweile Vatikanische
Konzil (Pope John's Council) und den neuen Meßordo [Pope Paul‘s New Mass) zu
nennen sind. In diesem magnum opus
hatte er schlüssig nachgewiesen, daß die neue Liturgie fast die meisten
Änderungen der Neuerer des 16. Jh. an der Messe übernommen hat. Dem letzten
Band hatte er ein Zitat aus der Summa Theologica des Aquinaten vorangestellt:
„Es ist absurd und eine verabscheuungswürdige Schande, daß wir die Veränderung
von Traditionen zulassen, die wir von den Vätern empfangen haben.“
(Fortsetzung am Dienstag)
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