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Montag, 2. März 2015

Ein Schrei des Herzens

Aus einem offenen Brief vom 10. Dezember 2014 einer besorgten amerikanischen Katholikin an Papst Franziskus.

Die Kirche mit ihren Vorschriften und Ratschlägen hat mich aus dem Dreck der Sünde und des Egoismus herausgezogen. 

Und nun, Heiliger Vater, scheint es, daß Sie die Kirche genau in diesen Dreck hineinziehen wollen. Sie sagen zum Sünder, daß das, was er ist und was er tut, trotz allem gut so ist, wie es ist. 

Sie erheben uns nicht zum höheren Vorbild Christi, wie es die Kirche als Lehrmeisterin der Völker immer getan hat. Sie lassen uns dort, wo wir sind, bestärken oder beruhigen uns sogar in unserer Sünde. 

Eine Laxheit gegenüber den Geboten und Ratschlägen Gottes führt nur zu mehr Sünde. 

Das ist es, was wir an uns selbst erlebt haben, wir, die Kinder der 68er-Kulturrevolution in Deutschland. Sie haben uns erlaubt, schrankenlos im Dreck zu spielen, und unserer Befriedigung und Trägheit zu frönen. Die Folge war die Unmenschlichkeit. Viele Eltern und Lehrer wollten ihre Kinder nicht mehr strafen, wenn sich diese schlecht verhielten. Folglich haben sie das Auftreten unmoralischer und unmenschlicher Verhaltensweisen gefördert. Ich selbst war Zeugin der Auswirkungen dieser antiautoritären Erziehung an der Schule, als ein Mädchen meiner Klasse von ihren Mitschülern aus dem einzigen Grund belästigt wurde, weil sie eine gute Schülerin sein wollte. Der Lehrer in seiner Laxheit hat sich diesem Verhalten nicht widersetzt, so daß das Mädchen bald darauf die Schule verlassen mußte.

Hier aber geht es um weit mehr, nämlich um die Frage nach den Seelen und ihre Rettung. 

Helfen Sie als Oberhaupt der Kirche den Seelen dabei in den Himmel zu kommen, indem Sie sie in ihrer Sünde bestärken? Hat das der Heilige Ignatius von Loyola seinen Jesuiten gelehrt? 

Ist es nützlich, wenn Sie die Dinge vage und zweideutig, unklar, wirr und mißverständlich machen? 

Wie viele Paare, die lange um ihre Ehe gerungen haben, aber dank der unverkürzten Lehre und Wahrheit Christi treu zusammengeblieben sind, werden nach Ihren jüngsten Worten und nach einigen Erklärungen der Bischofssynode nun in die Laxheit abgleiten und ihre Ehe aufgeben, indem sie denken, daß es für sie nun ja letztlich eine „zweite Möglichkeit“ gibt? Was wird geschehen, wenn Sie jemanden einer momentanen Verzweiflung entreißen, aber zur Anmaßung verleiten, die zusammen mit der Verzweiflung eine der beiden Hauptsünden gegen die Tugend der Hoffnung ist? Sie werden sich eines Tages für jede dieser Seelen vor Gott verantworten müssen, und ich bitte Sie, darüber nachzudenken, was ich Ihnen zu sagen versuche. 

Ich kann Ihnen sagen, daß ihre Vorgehensweise zu keinem guten Ergebnis führt. 

Nur die Aufforderung zur Umkehr und der klare Hinweis, wie diese geschieht und wie man in ihr bleibt nach dem Beispiel des heiligen Johannes dem Täufer, wird die Seelen in den Himmel führen. Man darf den Sünder nicht in der Sünde unterstützen, sondern muß ihn wiederaufrichten und ihn aus der Sünde herausführen! Das ist es, was ein guter katholischer Priester mit mir getan hat und wofür ich Ihm und der heiligen Kirche immer dankbar sein werde.

Quelle

Kommentare:

  1. Wenn sie den Heiligen Vater mißversteht, liegt das vielleicht nicht am Heiligen Vater, sondern an ihr. Er hat niemals behauptet, die Ehe sei etwas anderes als ein Sakrament - er hat gesagt, daß Barmherzigkeit wichtig ist. Er hat klar gesagt, daß es keine Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Eucharistie gibt - aber daß sie in der Gemeinde liebevoll aufgenommen bleiben sollen. Er hat bei keiner einzigen Gelegenheit Sünden unterstützt - aber er geht in besonderer Weise auf Sünder zu, liebevoll und verständnisvoll zumeist, ohne die Sünde kleinzureden.
    Der zweite Absatz - der mit dem "Dreck" - ist eine unglaubliche Frechheit.

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    1. Ihren Einwand kann ich nicht unterstützen. Ist es nicht viel mehr so, dass der Papst ob seiner vielfachen verschiedenen Äußerung und Einlassungen zu allen möglichen Themen gerade dazu beiträgt, dass es sich schon nicht mehr um ein Mißverständnis handeln kann, vielmehr um einen Einstieg zur Änderung der katholischen Lehre? Verkennen Sie vielleicht, dass die gewollte neue Lehre eines Kard. Kasper und Konsorten vom Papst unterstützt wird? Denken Sie wirklich, dass Ihre Beschreibung "unglaubliche Frechheit" der Sache dienlich ist? Ist nicht auch der Begriff "Barmherzigkeit" hierbei überstrapaziert? Denn WEM bin ich barmherzig und WEM nicht?

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  2. "Wenn jemand auf der Suche ist, soll man ihn auf SEINEM Weg unterstützen" hat der Papst sinngemäß gesagt (Hervorhebung von mir). D. h. ich soll ihm nicht von meinem Glauben erzählen, sondern ... jemandem, der auf dem Weg zum Islam ist dorthin helfen ???

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