Seiten dieses Blogs

Montag, 20. Oktober 2014

Schopenhauer und der Abbé de Rancé (La Trappe)

Arthur Schopenhauer  (kein Christ) schreibt über den Gründer der Trappisten, Armand Jean Le Bouthillier de Rancé:

Seine „Jugend war dem Vergnügen und der Lust gewidmet: er lebte endlich in einem leidenschaftlichen Verhältniß mit einer Frau von Montbazon. Eines Abends, als er diese besuchte, fand er ihre Zimmer leer, in Unordnung und dunkel. Mit dem Fuße stieß er an etwas: es war ihr Kopf, den man vom Rumpfe getrennt hatte, weil der Leichnam der plötzlich Gestorbenen sonst nicht in den bleiernen Sarg, der daneben stand, hätte gehn können. Nach Ueberstehung eines gränzenlosen Schmerzes wurde nunmehr, 1663, Rancé der Reformator des damals von der Strenge seiner Regeln gänzlich abgewichenen Ordens der [später so genannten] Trappisten, in welchen er sofort trat, und der durch ihn zu jener furchtbaren Größe der Entsagung zurückgeführt wurde, in welcher er noch gegenwärtig zu Latrappe besteht und, als die methodisch durchgeführte, durch die schwersten Entsagungen und eine unglaublich harte und peinliche Lebensweise beförderte Verneinung des Willens, den Besucher mit heiligem Schauer erfüllt, nachdem ihn [jeden Besucher] schon bei seinem Empfange die Demuth dieser ächten Mönche gerührt hat, die durch Fasten, Frieren, Nachtwachen, Beten und Arbeiten abgezehrt, vor ihm, dem Weltkinde und Sünder, niederknien, um seinen Segen zu erbitten. In Frankreich hat von allen Mönchsorden dieser allein sich, nach allen Umwälzungen, vollkommen erhalten; welches dem tiefen Ernst, der bei ihm unverkennbar ist und alle Nebenabsichten ausschließt, zuzuschreiben ist. Sogar vom Verfall der Religion ist er unberührt geblieben.“

Quelle:
„Arthur Schopenhauer und die Trappisten“ 
http://www.kloster-mariawald.de/view.php?nid=179


Kommentare:

  1. Auch die Karthäuser sind nach meinen Informationen noch so wie zu ihrer Gründung. Einzige Änderung: Heizung für die Patres auf deren Zellen (Höchsttemperatur 16 °C) sowie Strom (ausschließlich Licht?) für alle. Die Laienbrüder gehen heute noch Holz sammeln. Vorteil: Sie können (theoretisch) ihre Zellen so warm heizen wie sie möchten ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Na, wo haben Sie diese Information denn her? Es ist zwar alles sehr einfach bei den Kartäusern, aber hinterm Mond leben sie nicht. Natürlich gibt es Strom nicht nur für Licht. Die Möglichkeit zu heizen gab es auch immer. Jeder Mönch hat in seiner Zelle (Brüder) oder seinem Häuschen (Patres) einen kleinen Ofen. Tatsächlich wird er mit Holz beheizt, das jeder Mönch selber hacken muss, nachdem man ihm die Stämme angeliefert hat.

      Löschen