Seiten dieses Blogs

Samstag, 14. November 2015

Es ist besser, heilige Messen während des Lebens zu hören

Wie viele Strafen durch eine heilige Messe bezahlt werden, ist ungewiß, weil Gott dies nicht geoffenbart hat. So viel ist aber gewiß, daß eine heilige Messe, bei Lebzeiten gehört oder gelesen, mehr Strafen bezahlt, als eine Messe, die nach dem Tod für die Seele aufgeopfert wird. Dies lehrt der heilige Anselm: „Eine heilige Messe, bei Lebzeiten gehört, gilt mehr als viele, die nach dem Tode gelesen werden.“

Wer bei Lebzeiten eine heilige Messe für sich lesen läßt oder hört, erlangt die Vermehrung der himmlischen Glorie. Wenn auch hundert heilige Messen nach dem Tod gelesen oder gehört werden, kann die himmlische Freude der Seele nicht erhöht werden. Hörst du in deinem Leben eine heilige Messe im Stande der Ungnade, so verleiht dir Gott vielleicht die Erkenntnis deiner Sünden und die Gnade der Reue, so daß du in den Stand der Gnade gelangst. Diese Gnade kann dir nach deinem Tod nicht widerfahren. Aus der Hölle kann dich das heilige Meßopfer nicht befreien.

Die heilige Messe, die du vor deinem Tod hörst, gehen mit dir zum Gericht, rufen für dich um Gnade und bewahren dich ganz oder teilweise vor dem Fegfeuer. Werden die heiligen Messen erst nach deinem Tod gelesen, so mußt du auf sie in den schrecklichen Peinen des Fegfeuers warten.

Wenn du bei Lebzeiten für eine heilige Messe ein Almosen gibst, so beraubst du dich deines Geldes. Du sparst es gleichsam deinem Munde ab und schenkst es freiwillig deinem lieben Gott. Nach deinem Tod dagegen gehört das Geld nicht mehr dir, sondern deinen Erben. Darum ist zu fürchten, daß die heiligen Messen dir weniger nützen.

Eine heilige Messe vermag bei Lebzeiten sicherlich mehr Strafen abzuzahlen, als viele heilige Messen nach dem Tod. In dieser Welt ist die Zeit der Gnade, im Jenseits die Zeit der gerechten Bestrafung. Auf Erden kannst du viel leichter den strengen Richter versöhnen. Denn so spricht der heilige Bonaventura: „Gott schätzt eine geringe freiwillige Buße in diesem Leben höher als ein schweres Leiden im anderen Leben, das nicht freiwillig ist. Ein wenig Gold gilt mehr als ein großes Stück Blei.“

Die „Muttergottes von der Fürbitte“ ist ein großer Trost für die armen Seelen. In dem Maße, wie der Priester andächtig die heilige Messe mitfeiert, legt die Muttergottes Fürbitte für die Armen Seelen ein.

Pater Martin von Cochem (1634-1712), Kapuziner.
Über den Wert der hl. Messe für die Armen Seelen.
Siehe: „Sie kamen aus dem Feuer“, Theresia-Verlag.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen