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Samstag, 30. Januar 2016

Helmut Rückriegel + RIP

„Die Bischöfe werden doch nicht auf Dauer jenem Vater im Evangelium gleichen wollen, der seinem Sohn statt des Brotes, um das dieser gebeten hatte, einen Stein, statt des Fisches eine Schlange, und statt des Eies einen Skorpion reicht - vielmehr sagt der Herr, daß kein rechter Vater so handeln würde.

Eins aber ist sicher, die stille Hoffnung, die Sache werde sich von selbst erledigen, auf biologischem Wege sozusagen, wird sich nicht erfüllen, was in sich schon ein kleines Wunder ist. Denn obwohl diejenigen, die noch eine Erinnerung an die alte Messe haben können, inzwischen […] Jahre alt sein müssen, sieht man dort, wo diese Messe noch [und jetzt wieder] gefeiert wird, keineswegs nur ältere Menschen, sondern alle Altersklassen und Typen der Gesellschaft sind vertreten, Familien mit Kindern und mehr und mehr junge Leute.

Lassen Sie sich auf keinen Fall einreden, Sie gehörten mit Ihrer Anhänglichkeit und Ihrer Sehnsucht nach der alten Messe als dem ehrwürdigen Gottesdienst der Kirche zum alten Eisen, zu einer Nostalgiegemeinde.

Was ist denn aus den Blütenträumen der Neuerer geworden, bedeckt sie nicht der Scherbenhaufen, den sie selbst angerichtet haben?

‚Bald wird schweigen, wer das Neue pries‘ (R.M. Rilke).“

(UVK 2/1993)


Kommentare:

  1. Mhh, der Name sagte mir erst einmal nichts. Offenbar reiht sich dieser Todesfall - nach menschlichem Ermessen jedenfalls - in die Reihen der anderen Verluste ein, die das katholische Deutschland in diesem noch jungen Jahr verzeichnen muß.

    Christus, der Kyrios, nehme die Seele des Verstorbenen auf in sein Reich und erwecke dessen Leib einmal zur Herrlichkeit!

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  2. Dr. Helmut Rückriegel war Diplomat und Botschafter der Bundesrepublik Deutschland und u. a. Leiter des Persönlichen Büros des Bundespräsidenten Carstens.

    Wichtig für uns war aber seine Tätigkeit für die Una Voce Deutschland, deren Präsident er von 1992–2005 gewesen ist.

    Die Una-Voce-Bewegung ist eine katholische Gruppierung, die sich ursprünglich für die Rücknahme der Liturgiereformen des Zweiten Vatikanischen Konzils und die allgemeine Wiedereinführung der Messe des ursprünglichen Ritus einsetzte. Wurde das letztgenannte Ziel mit der Zeit zumindest nicht mehr mit letzter Verbindlichkeit verfolgt, so tritt die Una Voce weiterhin für die Erhaltung und Pflege der überlieferten lateinischen Liturgie, für die ihr dienende musikalischen Tradition, insbesondere des gregorianischen Chorals, und für die Weitergabe des "unverfälschten Glaubensgutes" ein. - Die internationale Bewegung Una Voce wurde am 12. April 1966 in Rom gegründet, als lateinische Sprache und gregorianischer Choral innerhalb der katholischen Messliturgie zurückgingen. Gründungspräsident wurde Eric de Saventhem (Erich Vermehren). - Seit 1970 publiziert Una Voce Deutschland e.V. eine Vierteljahresschrift, die Una Voce Korrespondenz.

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