Seiten dieses Blogs

Dienstag, 3. Mai 2016

Der Papst hätte wissen müssen (Robert Spaemann 4/5)

‚Das Zurücklehnen unter gläubigen Katholiken und das Warten auf Rom 
ist an sein Ende gelangt. 
Franziskus wird nichts ex cathedra verkünden, 
dessen können wir zumindest sicher sein.
Damit kann alles, was er sagt, kritisiert werden.
Und das sollte, wo geboten, auch getan werden,
so wie es der namhafte Philosoph Robert Spaemann getan hat.
Non possumus non loqui.’ - Maurizio Blondet

Robert Spaemann sagte:

Die Folgen sind jetzt schon abzusehen: Verunsicherung und Verwirrung von den Bischofskonferenzen bis zum kleinen Pfarrer im Urwald. Vor wenigen Tagen drückte mir gegenüber ein Priester aus dem Kongo seine Ratlosigkeit angesichts dieses Lehrschreibens und des Fehlens klarer Vorgaben aus. Nach den entsprechenden Textstellen von Amoris Laetitia können bei nicht weiter definierten ‚mildernden Umständen‘ nicht nur die Wiederverheiratet Geschiedenen, sondern alle, die in irgendeiner ‚irregulären Situation‘ leben, ohne das Bemühen ihre sexuellen Verhaltensweisen hinter sich zu lassen, das heißt ohne Beichte und Umkehr, zur Beichte andrer Sünden und zur Kommunion zugelassen werden.

Jeder Priester, der sich an die bisher geltende Sakramentenordnung hält, kann von Gläubigen gemobbt und von seinem Bischof unter Druck gesetzt werden. Rom kann nun die Vorgabe machen, dass nur noch ‚barmherzige‘ Bischöfe ernannt werden, die bereit sind, die bestehende Ordnung aufzuweichen. Das Chaos wurde mit einem Federstrich zum Prinzip erhoben.

Der Papst hätte wissen müssen, dass er mit einem solchen Schritt die Kirche spaltet und in Richtung eines Schismas führt. Ein Schisma, das nicht an der Peripherie sondern im Herzen der Kirche angesiedelt wäre. Gott möge das verhüten.“





Kommentare:

  1. Der Papst hätte wissen müssen......
    Er selbst hat gesagt, dass AL sicherlich für Aufregung sorgte!
    Allerdings stellt dies die Katholische Tradition auf den Kopf.

    AntwortenLöschen
  2. Vor wenigen Tagen drückte mir gegenüber ein Priester aus dem Kongo seine Ratlosigkeit angesichts dieses Lehrschreibens und des Fehlens klarer Vorgaben aus.

    Vielleicht sollte dieser Mann aus dem Kongo (und natürlich alle anderen, denen Gott ein Gehirn mitgegeben hat) JETZT damit anfangen selber zu denken. Wenn schon der Papst das verlangt, sollte das ja nicht mehr unter Sünde rubriziert werden. Das selber denken. Oder: SAPERE AUDE!

    AntwortenLöschen