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Freitag, 7. März 2014

Priester wollen erbetet werden

Eines vermögen alle menschlichen Anstrengungen nicht: 
in das Herz junger Männer einzugreifen, 
um den hochherzigen Entschluß zu fassen und durchzuhalten,
Priester zu werden.

Priester wollen erbetet werden.
Das unablässige Gebet um gute Priester hat nachgelassen.
Es ist nur in wenigen Gemeinden üblich.
Die meisten kirchlichen Bediensteten fordern nicht mehr dazu auf.
Vor der Liturgiereform war der Samstag nach dem Herz-Jesu-Freitag
als Priestersamstag eingeführt.
An diesem Tage wurde in besonderer Weise um Priesternachwuchs gebetet.
Seit der Liturgiereform ist der Priestersamstag
durch die Vorabendmesse verdrängt worden.
Der an seiner Stelle vorgeschlagene Donnerstag
hat sich als Gebetstag um Priester nicht
im breiten Umfang durchsetzen können.
Das Gebet um Priester unterbleibt.
Wie soll Gott die Arme der Kirche mit Priestern, die er erweckt,
füllen können, wenn die Arme nicht ausgestreckt werden?
Der Priestermangel ist auch eine Folge des Gebetsmangels.
Priester wollen erbetet werden.
Der Himmel läßt sich bestürmen.
Welche Bischöfe haben zu einem Gebetssturm aufgerufen?
Ein pensionierter Pfarrer schrieb vor einiger Zeit:
„Im Evangelium lesen wir:
,Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige;
bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter in seine Ernte zu senden.’
Aktive Laiengremien in allen kirchlichen Ebenen scheinen zu lesen:
Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige;
darum setzt euch zusammen und beratet,
wie ihr mit den wenigen auskommt, die ihr noch habt,
bis ihr am Schluß keinen mehr braucht.“

Georg May, Theologisches 3/4 2009



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